MILES ALDRIDGE | "after Catellan" & "15 Minutes Fame Polaroid Portrait Project" 10. September 2026 - 14. November 2026

Die Michael Fuchs Galerie präsentiert vom 11. September bis zum 14. November 2026 die Einzelausstellung „(after Cattelan)“ des britischen Fotografen und Künstlers Miles Aldridge. Anlässlich der Eröffnung und der Berlin Art Week veranstaltet die Galerie zudem vom 10. bis 13. September 2026 eine viertägige Live-Edition von Aldridges fortlaufendem Polaroid-Porträtprojekt „15 Minutes of Fame“. Buchungen sind möglich auf der Website: link

„Eines Tages erhielt ich eine faszinierende E-Mail von dem Künstler Maurizio Cattelan. Er stand kurz vor der Eröffnung einer Werkschau in der Monnaie de Paris und schlug vor, dass seine Ausstellung einen interessanten Rahmen für meine Arbeit bieten würde. Die Idee gefiel mir sehr, und ich schickte Maurizio einige Skizzen, denen er zustimmte. Wir verabredeten uns für 19 Uhr – zur Schließzeit – vor dem Museum, um die gesamte Nacht gemeinsam drinnen zu verbringen und Bilder zu machen. Als ich zwölf Stunden später, um 7 Uhr morgens, wieder herauskam – genau in dem Moment, als die Reinigungskräfte eintrafen –, hatte ich eine Handvoll außergewöhnlicher Polaroids als Beleg für die Aufnahmen, die ich auf Film festgehalten hatte.“ – Miles Aldridge

„after Cattelan“: Die Ikonografie historischer und moralischer Bedeutung – von Gut und Böse – wandelt sich zu einem absurdistischen Boudoir. Das Bild veranschaulicht eine postmoderne Romantik und die Wiederaneignung der romantischen Ironie – die Farbpalette einer neugotischen Fantasie: ein dringendes, beharrliches Verlangen nach Spektakel und Sensation, Ritual, dem Bizarren, Entfesselten und Unheimlichen, nach Störung, übersteigerter Stilisierung, Spiel, Verführung, überbordender Emotion, Angst, Poesie, Elegie, Staunen, Perversität, Ehrfurcht, Gewalt, Respektlosigkeit, Mythos, Voyeurismus, intellektueller Vorstellungskraft und Witz sowie dem Lockruf des Unbekannten und Unergründlichen – angesichts von Technologie und Zeit, einer geschrumpften Welt und eines erklärten Universums. Betrachtet man sie aus der Perspektive der Schwelle zum neuen Jahrtausend, so erscheint diese wiederentdeckte Romantik – als Stimmung, Instinkt und Schnittpunkt ästhetischer, emotionaler und intellektueller Möglichkeiten – als ebenso logische künstlerische Entwicklung wie die Abstraktion; als Gegenströmung, geprägt von Störung und Intervention; als Bildsprache eines „Endes der Geschichte“, die teils gespeist wird aus der Erinnerung an jene poststrukturalistischen und dekonstruktivistischen Salonspiele – Wortspiele, semiotische Collagen, Appropriation –, welche die postmoderne Kultur auszeichneten. Was jenseits des „Deep Space Industrial Style“ der kühlsten Postmoderne liegt – jenseits des purpurroten Singvogels auf dem Teekessel, des nach außen gekehrten Innenlebens moderner Bankgebäude, des „Rate mal, was jetzt passiert …“ [6] –, mag eine bis ins Extrem gesteigerte romantische Auseinandersetzung mit Geschichte und menschlicher Präsenz sowie mit ästhetischen, emotionalen und kulturellen Ereignissen sein. – Auszug aus dem Buch „Some Kind of Love“ von Michael Brace Well

Miles Aldridge (geb. 1964 in London) ist ein britischer Künstler, dessen farbintensive, psychologisch aufgeladene Fotografien eine eigenständige Position zwischen Kino, Malerei und Mode einnehmen und dabei das trügerische Versprechen von Luxus sowie die Fiktionen des modernen Lebens erforschen. Er studierte Illustration am Central Saint Martins und zählt zu den wenigen Fotografen, die nach wie vor auf analogem Film arbeiten.

Aldridge hat für führende Publikationen wie *Vogue Italia*, *The New York Times*, *The New Yorker* und *Vanity Fair* gearbeitet und fotografierte 2024 Elton John für das „Icon of the Year“-Cover des *TIME*-Magazins. Zudem arbeitete er mit Künstlern wie Maurizio Cattelan, Gilbert & George und Harland Miller zusammen. Seine Werke sind unter anderem in den ständigen Sammlungen des V&A, der National Portrait Gallery, des British Museum, des ICP New York und der Fondation Carmignac vertreten und waren Gegenstand bedeutender Ausstellungen in Institutionen wie Fotografiska, Somerset House und dem Hangaram Design Museum in Seoul.

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