Nir Hod: Life and Death of a Star

28. April – 27. Juni 2015


Mit Life and Death of a Star präsentiert die Galerie Michael Fuchs eine Auswahl aktueller Leinwände und Skulpturen des israelischen Künstlers Nir Hod, die alle in den Jahren 2014 und 2015 entstanden.

Nir Hod ist bekannt geworden durch seine Auseinandersetzung mit dem Geniekonzept in Form eines Konvoluts naiv ausgeführter Kinderporträts und Bronzen. Hier mischte er kindliche Schemata aus dem Biedermeier mit den typischen Attitüden eines erwachsenen Stars und unterlief so gezielt die Erwartungshaltung des Betrachters. 

In der aktuellen Werkschau bewegt sich Nir Hod hin zu verwandten Themenfeldern, wie Schönheit, Glamour und Vergänglichkeit, diesmal eher verwirklicht in nuancierten Abstraktionen. Bereits 2007 wurde diese Entwicklung eingeläutet durch die reduziert grafisch eingesetzten „Kokain – Lines“ der The Night You Left - Reihe. Auch die neuen Arbeiten entfalten ihre Wirkung durch den erhöhten Kontrast zwischen perfekt polierten Oberflächen und der Beschädigung eben dieser Perfektion mithilfe verschiedener Eingriffe in die malerische Beschaffenheit. Der Zuschauer steht, durch die eigene Reflektion in den verspiegelten Oberflächen mehr denn je, im Zentrum und verwandelt sich so selbst in das Subjekt der Betrachtung. 

Bei diesen stark abstrahierten Arbeiten erweitern die bewusst eingesetzten Titel das Deutungsspektrum und eröffnen die erzählerischen Zusammenhänge zu dem präferierten Themenkomplex Hods´ rund um „Dark Glam“. Nach wie vor kreisen seine Schöpfungen um das Image der Celebrity Artists bzw. Celebrity Culture in Gegenüberstellung mit dem Memento Mori - Motiv, der Allgegenwärtigkeit des Todes und der Flucht in die Ekstase. Nir Hod leistet so einen wichtigen Beitrag zu den barocken Tendenzen in der zeitgenössischen Kunst.

Dabei lotet Hod auch persönlichere (Un-) Tiefen aus. In den Reihen The Night You Stayed und The Night You Left beispielsweise stellt er sich durch Titel und Darstellung einem Kontext, der über Drogenkonsum oder Clubleben hinausgeht – und konzentriert sich eher auf die Momente der Einsamkeit. Kurze Erfüllung im Zusammensein wird gekoppelt mit intimen Phasen des Herzschmerzes; eine Fusion, welche die inhaltliche Basis zahlreicher klassischer Musikstücke und moderner Hits bildet. Auf diese Weise nähert sich Hod dem Kern Amerikanischer Popkultur, wo das Unwiederbringliche gerade der intensivsten Momente das Memento Mori unserer Tage verkörpert. Hier findet sich der wahre Glamour: die bewusste und gerade deswegen genussvoll- kultivierte Verschwendung von Lebenspotenzial. In ihrer Intensität fordern Hod´s bildnerische Statements eine Neuinterpretation des Dualismus Glamour of Death - Death of Glamour durch den Betrachter mit visuellem Nachdruck ein.