Chuck Close: Self-portraits on Paper

29. April – 28. Mai 2011

Galerie Haas & Fuchs freut sich, eine Solo-Ausstellung mit Selbstbildnissen auf Papier des amerikanischen Künstlers Chuck Close (*1940) zu präsentieren. Seit dem Ende der 1960er Jahre hat sich Chuck Close auf die Porträtmalerei und das menschliche Gesicht konzentriert – einschließlich seines eigenen, das selbst zur Ikone geworden ist. Close ist dafür bekannt, nicht nach dem Leben, sondern nach Fotographien zu arbeiten und schafft kolossale klassische Arbeiten, die in ihrer Einfachheit kühn aber auch ungreifbar sind. Oft entsteht der Eindruck, als ob sie durch eine dicke Schicht Glas zu sehen sind oder sich auf einer Wasseroberfläche kräuseln. Das Gesehene wirkt wie eine Erscheinung, die sich auflöst und wieder klar wird, ja nach Entfernung des Betrachters. Fast alle Arbeiten von Close basieren auf einem Gitternetz als einer der Darstellung des Bildes zu Grunde liegenden Basis. Diese einfache aber überraschend vielseitige Struktur ist der Ausgangspunkt „für einen kreativen Prozess, der immer wieder unterbrochen werden konnte, ohne dem Endprodukt zu schaden, in dem die segmentierte Struktur nie versteckt werden sollte.“ (Chuck Close) Obwohl als Maler sehr bekannt, ist Close auch ein Meister der Grafik, der seit mehr als 30 Jahren die Grenzen der traditionellen Drucktechnik auf erstaunliche Weisen auslotet. Schon seine Gemälde sind arbeitsintensiv und zeitaufwändig, seine Grafikarbeiten jedoch umso mehr. Während ein Bild den Künstler über viele Monate beschäftigen kann, ist für einen Druck ein Zeitraum von zwei Jahren bis zum fertigen Resultat nicht unüblich. Statt als mechanisches Mittel zu dienen, um seine Gemälde zu wiederholen, stellt seine Grafik ein wichtiges Prüfgelände für seine künstlerische Tätigkeit als Ganzes dar. So stellt auch Close selbst fest: „Eigentlich lässt sich alles, was in meiner Malerei geschehen ist, zu den Grafiken zurückverfolgen.“ Close‘ Grafikarbeiten der letzten drei Jahrzehnte geben einen aufschlussreichen Blick in die Selbstbetrachtung des Künstlers. Auch verdeutlichen sie den Einfluss von Close auf die Selbstporträtmalerei, die ihn mit früheren Meistern des Genres wie Albrecht Dürer und Rembrandt verbindet.