Paul Hosking: Emergence

02. Dezember – 03. Februar 2018

Bei Paul Hosking´s neuer Arbeit führt er seine Erforschung der komplexen visuellen und psychologischen Bedeutungen von verspiegelten Oberflächen weiter. Wie in seinen vorhergehenden kolorierten Spiegelarbeiten ist der Kontext indem sie gelesen werden sollen Malerei. Doch zum ersten Mal werden in seiner neuen Arbeit mit Laser geschnittene Spiegel mit direkt bemalten Flächen verbunden.

Diese Arbeiten drängen uns zwei Dinge auf, die zu betrachten sind, der Spiegel als Objekt und in dem Spiegel die Reflektion. Dort ist ein fortwährender Wechsel zwischen dem was auf der Oberfläche - die feinen lasergravierten Linien - und was jenseits dessen zu sehen ist, in der Reflektion. Die Verwendung von Spiegeln bedeutet, dass die Arbeit sich in einem ständigen Fluss befindet, jede Veränderung der Umgebung wird reflektiert. Das Licht, der Raum, die umliegenden Objekte, die Tageszeit und selbstverständlich die Anwesenheit des Betrachters. Duchamp´s Beobachtung , dass erst durch den Betrachter eine Arbeit vollendet wird, ist hier deutlich gemacht. Selbst die kleinste Veränderung des Standpunktes des Betrachters verändert und bestimmt was man sieht.

Obwohl Hosking´s Arbeiten oft abstrakt in ihrem Charakter wirken, bezieht er sich auf ganz bestimmte Referenzen wie Silhouetten, den Rorschachtest, Camouflage und nun Umzäunungen. Die neueste Arbeit erlaubt uns zu sehen, was sich außerhalb dessen befindet, doch hindert uns am Eintreten. Visuell fragil, doch ist es eine wirksame Barriere.

In dieser Arbeit werden verschiedene Gegensatzpaare durchgespielt. Sie befindet sich zwischen Transparenz und Deckkraft, Offenbarung und Verhüllung, Abtrennung und Bindung, Wirklichkeit und Fiktion. Die Farben der reflektierenden Oberfläche erinnern uns daran, dass dieser Spiegel, wie alle Anderen, niemals eine wahre Reflektion der Welt sein kann.

 

ACCROCHAGE | Kleines Klassenzimmer
Olivia Berckemeyer, Nir Hod, Michal Rovner, Elmgreen & Dragset